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acrobat-blue.gif Buchbeschreibung

Herausgegeben 2010
Copyright © und Vertrieb bei
Monika Genz
Am Hexenberg 19
21647 Moisburg
Tel 04165 6933
Fax 04165 224772
infoder-baum-neuenfelde.de

Monika Genz

Am 24. Januar 1942 wurde ich, Monika Genz, in Hamburg-Neuenfelde geboren. Meine Eltern waren Hermann Oellrich und Margaretha geb. Okelmann. Mit meinen Geschwistern Heinz (9 Jahre älter) und Hilde (7 Jahre älter) wuchs ich in unserem Elternhaus bei der Mühle auf.
Mein Vater kam erst im Juni 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück, so dass meine Mutter über 10 Jahre allein für uns Kinder sowie Haus und Hof Sorge tragen musste. Schon ganz früh, als Jugendlicher, übernahm mein Bruder Heinz einen großen Teil der „Erwachsenen“-Pflichten zu unserer täglichen Versorgung.
Die damalige Zeit der Ängste, Nöte und Bedrängnisse ließ uns ganz eng zusammenrücken und schaffte eine feste Bindung zueinander, die bis heute wohltuend spürbar ist. Wir Kinder lernten damals (ohne die heutige riesige Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten wie z. B. Reisen/Medien/Bücher usw.) vom Vorleben und dem Erzählen der Älteren.
Meine Mutter und meine Großmutter Okelmann („Oma Diekierd“) waren gute Erzählerinnen und seit meiner Kindheit fesselten mich die vielen Geschichten u. a. auch über Neuenfelder und ihre Schicksale.
So weckten sie früh mein Interesse an Geschichte im Allgemeinen und im Besonderen an Menschen und deren glückliche und tragische Lebensgeschichten und die begründeten irgendwann meine Idee, diese auch aufzuschreiben.

Nach Abschluss der Schule und einer kaufmännischen Lehre arbeitete ich als Buchhalterin zunächst bei einem Steuerberater, später bei einer Reederei in Neuenfelde. Seit meiner Heirat mit Hans-Heinrich Genz 1964 und nach der Geburt unseres Sohnes Carsten 1967, war ich bis 1972 im familieneigenen Lebensmittelgeschäft angestellt. Von 1972 bis 1995 betrieben mein Mann und ich selbstständig Lebensmittel-Supermärkte in Neu Wulmstorf und Hamburg.
In den Jahrzehnten des Berufs- Familien- und Firmenaufbaues gerieten meine Bestrebungen alle gesammelten Informationen zusammenhängend aufzuschreiben in den Hintergrund.

Ab 1995 besuchte ich 5 Jahre die Universität Hamburg als Gasthörerin. Ich belegte Seminare u.a. in – Alte- und Neue Geschichte – bei Prof. Hergemöller, Prof. Sarnowski, Prof. v. d. Nahmer, Prof. Goetz. – Geschichte der älteren dtsch. Literatur – bei Wiebke Freitag sowie bei Prof. Möhn und Prof. Meier – Niederdeutsch –, Sprachgeschichte über – Textkultur der „Hanse“ - (Burspraken usw.), Linguistik zum Thema - Niederdeutsch und Schule – u.a.m.
Als Mitglied im Stader Geschichts- und Heimatverein war ich seit 7. Mai 1985 im „Plattdeutschen Arbeitskreis“ aktiv tätig. Zunächst verstärkt in dem gemeinsamen Bemühen alle zur Verfügung stehenden Richtungen und Möglichkeiten zum Erhalt und zur Förderung unserer plattdeutschen Muttersprache zu nutzen. Vorrangig zu der Zeit mit Unterschriftenaktionen (4166 gesammelte Unterschriften aus diesem Kreis!) zur Fürsprache der Aufnahme unserer plattdeutschen Sprache in die Charta der Regional- und Minderheitensprache (viele Vereine und Privatpersonen in Neuenfelde, Francop, Neu Wulmstorf und Rübke gaben mir damals ihre Unterschrift).
1999 erfolgte dann die Aufnahme in die Charta.

Mit der professionellen Unterstützung einiger Arbeitskreismitglieder (Hinrich Gerken, Heike Fedderke) gab ich dann ab 1995 Unterricht in Plattdeutsch an der Grundschule Moisburg. Siehe u.a. z.B. in einem Aufsatz im Stader Jahrbuch1997/98 über die Tätigkeiten einiger Mitglieder dieses Arbeitskreises:
„Der plattdeutsche Lesewettbewerb wurde mit Hilfe der Kreissparkasse unterstützt, indem Mitglieder des Arbeitskreises (Heike Fedderke, Monika Genz, Gerd Oellrich und Hinrich Gerken) in den Schulen plattdeutschen Unterricht erteilten.“
Ein weiterer Artikel im Jahrbuch 1996/97 betreffend meiner Tätigkeit im Arbeitskreis lautet:
„Es wurde ein Verzeichnis der plattdeutschen Literatur im Elbe-Weser-Raum angelegt und mit der Einrichtung einer plattdeutschen Bibliothek begonnen, die sich z.Zt. noch in den Räumen des Landschaftsverbandes (Johanniskloster Stade) befindet und von dort in Zusammenarbeit mit Monika Genz betreut und laufend ergänzt wird.“

Des Weiteren unterrichte ich seit 1998 auch Erwachsene in der plattdeutschen Sprache. Bis 2009 in zwei Gruppen in Moisburg und Francop.
Heute besteht nur noch eine Gruppe aus Moisburgern und Francopern.
Für diese Gruppen stelle ich regelmäßig plattdeutsche Programme für Veranstaltungen zusammen, die wir dann gemeinsam gestalten. Die Themen sind Lyrik, Prosa, Geschichte oder Geschichten über Menschen. Alle Teilnehmer übernehmen einen besonderen Part zur Lesung, für Sketche oder musikalische Beiträge.

Bisherige Veranstaltungen beim Kunst- und Kulturverein Moisburg im Amtshaus, in der Moisburger Wassermühle oder bei befreundeten „Plattdeutsch-Vereinigungen“ füllten ganze Abend- oder Nachmittagsprogramme.
Bei anderen Veranstaltungen leisteten wir „Plattsnacker“ einen Beitrag zu gemischten Programmen (z. B. „Ein Kessel Buntes“, veranstaltet vom Gesangverein Francop).
Ferner organisiere ich zusammen mit anderen Mitgliedern des Heimatvereins „900 Jahre Neuenfelde“ e.V. die Veranstaltung „Plattdüütsch to de Kaffeestünn“ in Bundt´s Gartenrestaurant in Neuenfelde. Sie findet jährlich am 3. Sonntag im Januar statt und erweist sich mit einer Besucherzahl von 150 – 180 Gästen steigender Beliebtheit. Namhafte „Plattsnacker“ wie Edgar Bessen, Heike Fedderke, Jan Graf, Reimer Bull, Jochen Wiegandt, Wilfried Staake, Elke Paulussen u.a. waren unsere Gäste.

Und so komme ich zum Heimatverein „900 Jahre Neuenfelde“ e.V. Er ist der Verein, mit dem ich mich durch meine Zugehörigkeit eng verbunden fühle und in dem ich auch im Vorstand gerne verantwortungsvoll mitgearbeitet habe. Hier fühle ich mich mit den Menschen verbunden, von denen einige mir auch Freunde wurden und die mit meiner Passion übereinstimmen, indem sie viel ihrer Kraft und Freizeit investieren um Traditionen und Image-Pflege für und in Neuenfelde aufrecht zu erhalten.

Ab 1995 fasste ich vage Pläne mein vorhandenes Material von Unterlagen und aufgezeichneten Erzählungen zu einer Sammlung zusammenzustellen.
Konkret und kontinuierlich begann ich damit nach 2002, nachdem ich im Jahre 2001 verschiedene Zeitzeugen nach ihrem Erleben der Flutnacht 16./17. Februar 1962 befragt und ihre Erzählungen aufgeschrieben hatte. Diese wurden dann mit Beiträgen anderer Mitglieder unseres Vereins „900 Jahre Neuenfelde“ e. V.
zu einem kleinen Buch zusammengefügt, womit wir eine große Resonanz erfuhren.
Bereits 2003 brachte ich unter Mithilfe einiger Mitglieder meines Heimatvereines Biographien Neuenfelder Menschen/Firmen/Höfe heraus, damals noch benannt als „Neuenfelder Blätter“.

In den vielen Jahren meiner räumlichen Entfernung von Neuenfelde war und bin ich so bis heute mit „meinem“ Dorf Neuenfelde, mit den Neuenfeldern, den Francopern und mit meinen Familien hier verbunden. Mit allen aber auch durch unsere gemeinsame, plattdeutsche Muttersprache, die ein besonderes Stück Heimat für mich ausmacht.
Durch traumatische Erlebnisse in meiner Jugend und während der Flutkatastrophe 1962 habe ich ein leicht gestörtes Verhältnis zum Wasser. Einerseits liebe ich den Sturm, das Hochwasser an Elbe und Nordsee, wenn es aber dramatisch wird bekomme ich noch heute Panikattacken.
Von Zeit zu Zeit aber brauche ich diesen besonderen Wind/Sturm und den Geruch von Wasser und Schlick, um die Gerüche und Geräusche „meiner“ Elbe tief in mich aufzusaugen, um meine heimatliche Verbundenheit mit Elbe und Neuenfelde wieder ganz intensiv zu spüren.
Das Wichtigste ist mir aber doch die Verbundenheit mit den Menschen hier, mit „miene Neefeller“, weil für mich gilt: „Neefeld is miene Heimat“ un ik segg:

„Eenmol Neefeller, jümmer Neefeller“!